Soli-Kundgebung „Gegen queer*feindliche Gewalt“
Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt

Frankfurt am Main, den 31. März 2021 – Am 01. April 2021 ruft das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt in Kooperation mit der dgti (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.) zur Soli-Kundgebung „Gegen queer*feindliche Gewalt“ auf. „Die Zahlen queer*feindlicher Angriffe steigen bundesweit. Unsere Kundgebung soll die Solidarität und den Zusammenhalt der LSBTIAQ*-Community deutlich machen,“ sagt Sue Ehmisch, Mitinitiatorin von Gegen queer*feindliche Gewalt und Teil der Orga AG Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt.

In der Nacht vom 20.03. auf den 21.03.2021 griffen Männer die Frankfurter Trans*frau Fabienne grundlos an und verletzten sie so schwer, dass sie ins Krankenhaus musste. „Grundlos, weil trans* sein zum Menschsein gehört. Solche Taten haben jedoch Ursachen. Regierungen, die Jahrzehnte lang Hass gegen Minderheiten aller Art ganz bewusst nicht wahrnehmen wollten. Bewusst deshalb, weil die gleichen Gruppen in der Bevölkerung, die gerne wegschauen und gewähren lassen, die an solchen Regierungen beteiligten Parteien wählen. Hass wird gerne auch von Politiker*innen und angeblichen Schützer*innen von Werten und Sprache verbreitet. Sie geben vor, immaterielle Werte schützen zu wollen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Werte, die ganz oben stehen, die unveräußerlichen Menschenrechte, mit Füßen getreten werden. Falls sich jemand ernsthaft fragen sollte, warum der Staat von Gesetzes wegen den Auftrag haben muss, gegen trans* Feindlichkeit vorzugehen, dann sind solche Taten der Beweis für die Notwendigkeit der Ergänzung des Art. 3 Grundgesetz und im wahrsten Sinne des Wortes die Grundlage. Ein nationaler Aktionsplan gegen Trans*- und Homosexuellenfeindlichkeit ist die Konsequenz. Aus diesem Grund fordern wir die Ergänzung des Art. 3 Grundgesetz um geschlechtliche Identität und sexuelle Identität.“ so Petra Weitzel, Vorstandsmitglied dgti e.V.

Sue Ehmisch betont: „Beschimpfungen und abwertende Blicke sind für viele trans* Menschen sowie gleichgeschlechtliche Paare keine Seltenheit. Ich wünsche mir eine progressive Politik für die Anerkennung der geschlechtlichen und sexuellen Identität sowie mehr Aufmerksamkeit seitens der Medien beispielsweise in Form von Dokumentationen und Gesprächsrunden. Expert*innen gibt es genug,“ und führt fort: „Bis zum Coming Out ist für viele trans* Menschen ein langer Weg, die Angst des Verlusts der Familie oder des Arbeitsplatzes sind oftmals hoch.“

So verzeichnet eine erste Veröffentlichung des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V.) für 2020 insgesamt 204 Straftaten, davon 40 Gewaltdelikte gegen trans* Menschen. Die Dunkelziffer wird auf bis zu 90% geschätzt, da gerade trans* Menschen den Weg zur Polizei aus Angst vor weiterer Diskriminierung scheuen. Gegenüber 2018 ist dies ein Anstieg der Gewalttaten um 70%.[1]

Redner*innen: Sylvia Weber (Dezernentin für Integration und Bildung), Michael Müller (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Römer), Verena David (LSU Hessen), Rolf Würz (LiSL Hessen), Julia Eberz (Mitglied im Sprecher*innen-Team der AG Queer Bündnis 90/Die Grünen) sowie ein breites Bündnis von Vertreter*innen der queeren Community.

Die Kundgebung findet unter Einhaltung aller Hygieneregeln statt, das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes sind verpflichtend.

Wann: 01.04.2021, 17 bis 19 Uhr
Wo: An der Hauptwache, Frankfurt

[1]      Anfrage an das Bundesinnenministerium durch Ulle Schauws, MdB, vom 10.02.2020, einsehbar hier: Überblicksartikel des LSVD Deutschland: „Homophobe Gewalt: Angriffe auf Lesben, Schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI)“ Link: https://www.lsvd.de/de/ct/2445-Homophobe-Gewalt-Angriffe-auf-Lesben-Schwule-bisexuelle-trans-und-intergeschlechtliche-Menschen-LSBTI

 

 

Pressemitteilung: Soli-Kundgebung „Gegen queer*feindliche Gewalt“

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